Wenn Sie älter werden, kann die eigene Wohnung schnell zu einer Herausforderung werden. Treppen, enge Türen oder ein ungeeignetes Bad erschweren den Alltag. Ein barrierefreier oder altersgerechter Umbau macht das Leben sicherer, komfortabler und unterstützt Ihre Selbstständigkeit.
Mit Zuschüssen der Pflegekasse, von Bundesländern, Städten oder der KfW müssen Sie dafür nicht alles aus eigener Tasche bezahlen.
Förderungen im Überblick
Pflegekasse
Bei einem anerkannten Pflegegrad können Sie von der Pflegekasse Zuschüsse für sogenannte wohnumfeldverbessernde Maßnahmen erhalten:
- Bis zu 4.180 € pro Maßnahme und Person
- Leben mehrere Personen in einem Haushalt beläuft sich die Obergrenze auf 16.720 € pro Maßnahme
- Es gibt keine Einkommensprüfung
- Gefördert werden u. a. Treppenlifte, Haltegriffe, barrierefreie Bäder, Abbau von Schwellen und rutschfeste Böden
Wichtig: Antrag unbedingt vor Baubeginn stellen. Unsere Pflegeberaterinnen helfen Ihnen gerne.
Unsere Pflegeberaterin empfiehlt:
„Erhalten Sie Pflegegeld? Dann denken Sie bitte daran, dass ab Pflegegrad 2 die halbjährliche Pflegeberatung gesetzlich vorgeschrieben ist.“
KfW – Investitionszuschuss 455-B
Ab Frühjahr 2026 wird die Förderbank KfW wieder Zuschüsse für altersgerechte Umbauten anbieten, wie die Handelszeitung schreibt:
- Einzelmaßnahmen: bis 2.500 €, Standard „Altersgerechtes Haus“: bis 6.250 €
- Antragstellung: voraussichtlich ab Frühjahr 2026
- Voraussetzung: Baumaßnahmen dürfen noch nicht begonnen sein
Zusätzlich bietet die KfW zinsgünstige Darlehen (Programm 159) bis 50.000 € für altersgerechte Umbauten an.
Landesförderung
Viele Bundesländer unterstützen barrierefreie Umbauten zusätzlich – entweder über Zuschüsse oder günstige Kredite. Höhe und Bedingungen hängen vom Bundesland ab.
Kommunale Förderung
Auch Städte und Gemeinden vergeben eigene Zuschüsse. Allerdings unterscheiden sich diese stark. Während Frankfurt am Main bis zu 30.000 Euro zahlt, gibt es in anderen Großstädten überhaupt keine Förderung, wie die Plattform Aroundhome ermittelt hat.
- Frankfurt am Main: bis 30.000 €, max. 50 % der förderfähigen Kosten, einkommensunabhängig
- Hamburg: bis 20.000 €, einkommensabhängig
- Düsseldorf: bis 10.000 €, mit Einkommensprüfung
- Mannheim: 10–25 % der Kosten, unabhängig vom Einkommen
Nicht alle Städte bieten eigene Zuschüsse, z. B. Berlin, Essen, Köln oder Bonn. In München ist das Programm aktuell ausgesetzt.
Tipp: Pflegekassen-, KfW- und Landes-/Kommunalzuschüsse lassen sich häufig kombinieren.
Warum ein Umbau sich lohnt

Ein barrierefreier Umbau schützt vor Stürzen, erleichtert die Pflege, steigert die Sicherheit und erhöht den Wert Ihrer Immobilie. Laut Handelszeitung wird der Bedarf an barrierefreien Wohnungen bis 2030 stark steigen – ein Umbau ist also sowohl praktisch als auch eine kluge Investition in die Zukunft.
✅ Checkliste für Ihren Umbau
- Prüfen Sie Ihre Wohnung auf Gefahrenstellen
- Alle Fördermöglichkeiten recherchieren
- Wichtigste Maßnahmen priorisieren (Bad, Treppen, Türen)
- Finanzierung planen – Zuschüsse kombinieren, ggf. Kredit
- Fachleute einbeziehen (Handwerker, Architekt, Wohn- oder Pflegeberater)
- Anträge rechtzeitig stellen vor Baubeginn
- Dokumentation: Fotos, Rechnungen, Nachweise sichern
ℹ️ Sinnvolle Maßnahmen für ein altersgerechtes Zuhause
- Bad: Bodengleiche Dusche, Haltegriffe, rutschfester Boden → weniger Sturzrisiko
- Treppen & Eingänge: Treppenlift, Rampen, Handläufe → sicherer Zugang
- Türen & Flure: Schwellen abbauen, Türen verbreitern → leichter Zugang für Rollator/Rollstuhl
- Alltagsunterstützung: Beleuchtung, rutschfeste Böden und Notrufsysteme → Sicherheit und Komfort
- Pflegefreundlich: Pflegebett, Halte- & Stützsysteme → längeres selbstständiges Wohnen
Hinweis: Die DIN 18040-2 definiert die Mindestanforderungen für barrierefreies Wohnen. Für Rollstuhlfahrer gelten teilweise größere Mindestmaße. Die genauen Vorgaben finden Sie in der Bauordnung Ihres Bundeslandes.
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FAQ: Die wichtigsten Fragen und Antworten
Ab wann gibt es KfW-Zuschüsse?
Voraussichtlich ab Frühjahr 2026.
Was zahlt die Pflegekasse?
Bis zu 4.180 € pro Person, mehrere Pflegebedürftige bis 16.720 €.
Welche Maßnahmen werden gefördert?
Treppenlifte, bodengleiche Duschen, Türverbreiterungen, Schwellenabbau, Haltegriffe, rutschfeste Böden.
Ist eine Kombination der Förderungen möglich?
Ja, Pflegekassen-, KfW- und Landes-/Kommunalzuschüsse können oft kombiniert werden.
Fazit
Ein barrierefreier Umbau lohnt sich in jedem Alter. Er erhöht Sicherheit und Komfort, unterstützt die Selbstständigkeit und steigert den Wert Ihrer Immobilie. Mit Fördermitteln von Pflegekasse, KfW und Kommunen lassen sich die Kosten deutlich senken.
Planen Sie sorgfältig, priorisieren Sie die wichtigsten Maßnahmen und ziehen Sie Fachleute hinzu – so bleibt Ihr Zuhause auch im Alter lebenswert und sicher.